Das neue Jahr ist da – und mit ihm neue Herausforderungen.

Orte, die uns weiterbringen, sind kein Zufall. Margalef ist einer davon – ein Gebiet, in das man nicht nur wegen des Kletterns zurückkehrt, sondern auch wegen Inspiration, Freundschaften und Momenten, die die Grenzen des Möglichen neu definieren.
👉 Empfohlen von unserem Ambassador Honza Štípek.

Mein beliebtes Klettergebiet

Einer der Orte, an den ich mit größerer Begeisterung zurückkehre als ein Hund zu seinem Trockenfutternapf, ist Margalef. Schon bei meinem ersten Besuch wurde mir klar, dass dies kein gewöhnliches Gebiet ist. Die endlosen Wände aus porösem Kalkstein sehen aus, als wären sie von jemandem entworfen worden, der Kletterer quälen, aber gleichzeitig auch erfreuen will. Und sobald man dort ankommt, schaltet man sofort in den Modus „nur klettern und an nichts anderes denken“.

Dieses Jahr hat mich Margalef mit einer Neuigkeit überrascht – man muss jetzt 5 Euro für die Einfahrt ins Tal bezahlen. Ich nehme das als Preis für den Luxus, dass man vor dem Klettern die wunderschöne Natur genießen kann, sodass sogar Leute, die normalerweise nicht fotografieren, plötzlich wie Profis auf Instagram Sonnenuntergänge jagen.

Ein Ort, an dem die ganze Welt klettert

Was Margalef so großartig macht, ist, dass sich hier Kletterer aus aller Welt treffen. Jeden Abend sitzt man unter den Felsen, öffnet seinen Snack  und hört um sich herum Spanisch, Französisch, Englisch, Tschechisch ... die ganze Welt in einem Tal. Und genau das schafft eine Atmosphäre, die man anderswo nicht so leicht findet.

Gleichzeitig ist es ein Gebiet, in dem wirklich jeder etwas für sich findet.
Es gibt hier nicht nur brutale Kraftstrecken und die legendäre Neun; Margalef bietet auch viele leichtere Routen. Wer zum ersten Mal hierherkommt, kann sich getrost an Fünfern, Sechser und Siebenen versuchen – es gibt hier so viel zu entdecken, dass selbst absolute Anfänger mit einem Lächeln und abgenutzten Fingern wieder abreisen.

Bei Margalef dreht sich alles um Variabilität. An einem Tag hängst du in einem brutalen Überhang und fragst dich, warum du dich freiwillig dafür entschieden hast, und am nächsten Tag feilst du an technischen Bewegungen an langen Wänden, wo deine Füße keinen Zentimeter abrutschen dürfen. Jeder Sektor ist ein bisschen anders und zusammen vermitteln sie das Gefühl, dass du an einem Ort bist, der dir nie langweilig wird.

Und dann noch die Natur ... Von orangefarbenen Felsen umgebene Schluchten, kilometerweit duftende Kiefern und dazu eine Ruhe und Stille, die einen oft nur dadurch aus der Konzentration reißt, dass sie so angenehm ist.

Meine Meilensteine – Mr. Big und Wild Publico

Für mich ist Margalef auch persönlich etwas Besonderes.
Letztes Jahr habe ich hier meine erste 9a geklettert – Mr. Big.
Das war ein Moment, an den ich mich für immer erinnern werde.

Und dieses Jahr habe ich mir einen weiteren Traum erfüllt – beim zweiten Versuch habe ich meinen zweiten 9a geklettert – Wild Publico.
Ganz ehrlich? Hätte mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt, hätte ich es für einen guten Witz gehalten. Aber genau das ist Margalef – ein Ort, an dem man feststellt, dass seine Grenzen nicht fest vorgegeben sind.

Nach dem Klettern? Eine Haltestelle, die man nicht auslassen sollte

Und natürlich – was wäre ein Tag in Margalef ohne die traditionelle Plato Combinado in der örtlichen Kneipe? Das ist ein Ritual, das sich nicht ändert. Und wenn dir noch vor der Kneipe die Energie ausgeht, gibt es im Dorf einen kleinen Laden mit einer netten, lächelnden Dame, die dir ein Baguette verkauft, sodass du das Gefühl hast, sie würde dir gerade viel Erfolg für deinen nächsten Versuch im Projekt wünschen.


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Warum ich hierher zurückkomme – und warum ich diesen Ort jedem empfehle

Margalef ist ein Gebiet, in dem sich jeder Kletterer weiterentwickeln kann.
Anfänger, Fortgeschrittene, Wettkämpfer und auch diejenigen, die einfach nur die schöne Natur und die Atmosphäre unter Menschen genießen möchten, die Felsen lieben.

Es ist ein Ort, der mich gelehrt hat, meine eigenen Grenzen zu überschreiten, an dem ich meine größten sportlichen Erfolge erlebt habe und an dem ich mich jedes Mal daran erinnere, warum mir das Klettern so viel Spaß macht.


Und vor allem ist es ein Ort, an den man einmal kommt...
...und schon weiß man, dass man wiederkommen wird.

Jan Štípek